Lautsprecher für Plattenspieler: Welche Boxen passen am besten?

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Ein Plattenspieler ohne Lautsprecher, das wäre wie…

Tja, wie wäre das?

Es geht einfach nicht, denn irgendwie muss der Ton ja von der Schallplatte wiedergegeben werden und das geht nur mit einem Lautsprecher passend zum Plattenspieler.

Was für Lautsprecher sich in welcher Situation eignen, darauf will ich in diesem kurzen Artikel eingehen, denn den einen Lautsprecher für Plattenspieler gibt es nicht.

Viel mehr hängt es davon ab wie und wo Sie Ihre Musik hören.

Dieser Artikel hilft Ihnen dabei heraus zu finden welcher Lautsprecher für Sie der Richtige ist.

Also…

Was für ein Lautsprecher darf es sein?

Lautsprecher für Plattenspieler auszuwählen ist gar nicht so einfach wie viele denken.

Lautsprecher kaufen, aufstellen, fertig.

So einfach ist es nicht, denn es gibt sehr verschiedene Lautsprecher die je nach Einsatzgebiet unterschiedlich viel oder wenig Sinn machen.

Aktive oder passive Lautsprecher?

Ganz grob lassen sich die Lautsprecher in aktive Lautsprecher für Plattenspieler und passive Lautsprecher unterteilen.

Aktive Lautsprecher sind leicht zu erkennen, sie haben eine eingebaute Lautstärkeregelung und bedürfen keines separaten Verstärkers. Durch die integrierte Endstufe lassen sich diese Boxen direkt an den Plattenspieler anschließen.

Empfehlenswerte Aktiv-Lautsprechre wären z.B. die Behringer MS40*, die EDIFIER Studio R1280T 2.0* oder auch die Dual LS 100*.

Passive Lautsprecher haben keine eigene Lautstärkeregelung oder Stromversorgung. Sie müssen an einen passenden Vollverstärker angeschlossen werden.

Wichtig, in beiden Fällen kann je nach System und Plattenspieler ein Vorverstärker notwendig werden.

Außerdem sollten Sie beim Kauf von passiven Boxen immer auf das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten achten. Besonders wichtig ist hier, dass die Impedanz also der elektrische Widerstand der Verstärker und Boxen zueinander passen.

Ein Verstärker mit vier Ohm Widerstand kann einen Lautsprecher mit einer Nennimpedanz von vier bis acht Ohm betreiben.

Andersherum sollte ein Verstärker mit acht Ohm lieber nicht an einem Lautsprecher mit 4 Ohm betrieben werden, der Verstärker kann beschädigt werden.

Standlautsprecher oder Regallautsprecher?

Gerade Einsteiger sind bei diesem Punkt schnell überfordert, denn größer ist doch besser oder nicht?

Nicht in jedem Fall.

Bei der Frage nach Stand- oder Regallautsprechern geht es in erster Linie um den Raum in dem die Boxen verwendet werden sollen.

In kleinen Räumen bis etwa 25 oder 30 qm eignen sich die kleineren Regalboxen deutlich besser, denn sie können sich hier besser entfalten und punkten außerdem mit kleineren und schnelleren Membranen.

Regallautsprecher bestehen meist aus einem Hochtöner und einem Mitteltieftöner. Sollte nur ein Hoch und ein Mitteltöner verbaut sein, kann die Erweiterung auf eine sogenannte 2.1 Anlage (2 Lautsprecher und 1 Subwoofer) eine gute Idee sein.

Hier gibt’s den passenden Artikel zu Regallautsprechern.

Für große Räume eignen sich dann die großen Standlautsprecher.

Ein 3-Wege-System, wie es häufig bei Standlautsprechern anzutreffen ist, hat je einen Hoch- Mittel und einen Tieftöner um alle Frequenzbereich optimal abzubilden.

Wie funktioniert ein Lautsprecher?

Ich finde es immer ganz gut zumindest in etwa zu verstehen wie die Geräte funktionieren, die ich mir ins Haus hole.

Deswegen will ich kurz erklären wie ein Lautsprecher funktioniert.

Seinen Anfang nimmt der Weg der Musik am Tonabnehmer des Plattenspielers. Hier werden die Rillen abgetastet und durch Bewegungen der Nadel wird an Magneten die im Tonabnehmer verbaut sind eine Spannung erzeugt.

Diese Spannung nimmt ihren Weg über die verschiedenen Kabel und Verstärker und wird dann je nach Frequenz an den jeweiligen Lautsprecher verteilt.

Ganz grob unterteilt kommen hier die Folgenden in Frage:

  • Hochtöner: 2.500 – 20.000 Hz
  • Mitteltöner: 400 – 2.500 Hz
  • Tieftöner: 40 – 400 Hz
  • Subwoofer: 20 – 150 Hz

Jetzt bleibt nur noch die Frage: Wie entsteht der Ton im Lautsprecher?

Im Lautsprecher wird die ankommende elektrische Energie in kinetische Energie umgewandelt und die Membran wird in Schwingung versetzt.

Die Schwingung verbreitet sich durch den Raum und gelangt so dann irgendwann an unsere Ohren.

Je nach Frequenz sind die Töne entweder hoch oder tief.

Das menschliche Ohr kann Töne in Frequenzbereich von etwa 20 bis 20.000 Hz hören und Breitband-Lautsprecher, die den gesamten Frequenzbereich abbilden sind nur selten anzutreffen, deswegen gibt es die verschiedenen Töner.

Was sind Hochtöner, Mitteltöner und Tieftöner

Egal ob Regallautsprecher oder Standlautsprecher, das Teil das wir uns da ins Haus holen ist genau wie ein Tonabnehmer eine Baugruppe.

Grob gesagt besteht sie aus einem Gehäuse, etwas Elektronik und den eigentlichen Lautsprechern die sich in Hochtöner, Mitteltöner und Tieftöner unterteilen lassen.

In einem klassischen Standlautsprecher finden sich in aller Regel diese drei Lautsprechertypen.

Wenn Bauartbedingt z.B. bei Kompaktboxen nicht genug Platz ist, kommen auch gerne mal Mittelhochtöner oder Mitteltieftöner zum Einsatz.

Ein Mitteltieftöner bearbeitet dann die Frequenzen des Mitteltöners und des Tieftöners.

Hier ein Überblick über alle Lautsprechertypen mit den passenden Frequenzen in Hertz.

  • Superhochtöner: 10.000 bis 20.000 Hz
  • Hochtöner: 2.500 bis 20.000 Hz
  • Mittelhochtöner: 400 bis 20.000 Hz
  • Mitteltöner: 400 bis 2.500 Hz
  • Tiefmitteltöner: 40 bis 2.500 Hz
  • Tieftöner: 40 bis 400 Hz
  • Subwoofer: 30 bis 150 Hz
  • Breitbänder: 40 bis 20.000 Hz

Und warum wird das alles gemacht?

Ganz klar, Musik besteht immer aus Höhen, Mitten und dem Bass und diese verschiedenen Frequenzen können am besten von einem speziell auf sie zugeschnittenen Lautsprechertyp wiedergegeben werden.

Tipps zum Thema Lautsprecher

Bei Lautsprechern gibt es einiges zu beachten deswegen möchte ich Ihnen hier noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die gerne mal vergessen werden.

  • Der Raum ist entscheidend, genauer kommt es auf die Größe und die Einrichtung an. Ebenfalls ist wichtig ob der Raum eher hallt oder die Töne verschluckt.
  • Man sollte den Plattenspieler nicht da aufstellen wo er besonders viel Bass abbekommt, da sich die Vibration sonst übertragen kann.
  • Lautsprecher müssen richtig aufgestellt werden, denn sonst klingt auch der beste Lautsprecher nicht besonders gut.
  • Einspielen ist wichtig. Ja richtig gelesen, wie ein paar Schuhe das eingetragen werden muss, so müssen sich auch Lautsprecher erst mal einspielen.
  • Ein Lautsprecher sollte so präzise wie möglich ausgerichtet sein und möglichst stabil stehen. Steht er nicht fest kann sich das Gehäuse mit bewegen und frisst sozusagen den Sound auf.
  • Regallautsprecher können mit Gumminoppen entkoppelt werden um zu verhindern, dass das Regal die Vibration aufnimmt.

So viel erst mal zum Thema Lautsprecher für Plattenspieler.

Wie Sie sehen, gibt es den „idealen“ Lautsprecher für Plattenspieler nicht. Es kommt vielmehr darauf an wie und wo Sie die Musik hören.

Nach den räumlichen Gegebenheiten und der vorliegenden Technik entscheidet sich dann, welcher Lautsprechertyp am besten zu Ihrer Anlage passt.

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