Manuell, Vollautomatik, Halbautomatik was bedeutet das genau?

manuell-halbautomatik-vollautomatik

Drei Begriffe die in der Welt der Plattenspieler öfter auftauchen und bei absoluten Neulingen auf dem Gebiet schnell mal zu Verwirrung führen können.

Es geht um die Unterschiede zwischen manuellen Plattenspielern, halbautomatischen Plattenspielern und vollautomatischen Plattenspielern.

Bei der Unterteilung in diese drei Kategorien geht es nicht um die Qualität des Plattenspielers, so viel vorweg.

Es geht einfach darum, wie komfortabel der Plattenspieler bedient werden kann bzw. inwieweit er den Anfang und das Ende der Schallplatte erkennt.

Wo die Unterschiede liegen wird sofort klar, wenn wir einen genaueren Blick auf die einzelnen Varianten werfen.

Manuelle Plattenspieler

Ein manueller Plattenspieler erkennt weder das Ende der Platte noch den Anfang.

Richtiger wäre natürlich weder den Anfang noch das Ende…

Für Sie bedeutet das, es ist Ihr Job den Tonarm zu Beginn auf die Platte aufzubringen und auch sie am Ende wieder von der Platte zu heben.

Bei vielen manuellen Plattenspielern findet sich trotzdem eine kleine Hilfe.

Meist gibt es einen Hebel mit dem der Tonarm, wenn er an der richtigen Stelle über der Platte positioniert wurde, abgesenkt werden kann.

Mit diesem Hebel können Sie ihn später auch wieder aus der Endlosrille befreien.

Vorteile und Nachteile

Beginnen wir doch einfach mal mit den Nachteilen.

Sie sollten in der Nähe bleiben, wenn der Plattenspieler läuft.

In der Regel macht man das zwar sowieso, immerhin will man ja die Musik hören, aber man sollte die Platte nicht zu lange in der Endlosrille laufen lassen.

Sie nutzt sich sonst schneller ab.

Was auch passieren kann ist, dass nach einer kleinen Unachtsamkeit beim Aufnehmen die Nadel aus Ihrer Hand rutscht und dann ungebremst auf die Platte fällt.

Auch hier kann es zu Beschädigungen kommen.

Manuelle Plattenspieler haben aber auch Vorteile.

Sie haben z.B. immer schnell und direkt Zugriff auf das Gerät und können schnell eingreifen, falls etwas nicht stimmt.

Manuelle Plattenspieler haben auch weniger Knöpfe als die anderen Modelltypen.

Das kann Vorteile bei der Reduktion von Vibrationen bringen.

Ein Beispiel für einen solchen manuellen Plattenspieler ist der Pro-Ject Debut III*.

Halbautomatischer Plattenspieler

Wie die Bezeichnung schon erahnen lässt wird hier wohl einer der Arbeitsschritte automatisch erledigt.

Bei einem halbautomatischen Plattenspieler wird die Nadel am Ende der Platte automatisch von der Platte gehoben und in die Ausgangsposition gebracht.

Einige Geräte schalten sich danach sogar ab, einige bleiben im Stand-by-Modus.

Auf jeden Fall läuft die Platte nicht endlos weiter, wenn sie am Ende angekommen ist.

Was dagegen nicht automatisch erledigt wird ist das in Position bringen und Absenken des Tonarms.

Das müssen sie immer noch von Hand erledigen.

Bei den meisten halbautomatschen Geräten steht allerdings eine Hebe/Senkfunktion zur Verfügung, so dass Sie den Tonarm nur an die richtige Stelle bringen müssen und ihn dann per Knopfdruck absenken können.

Vorteile und Nachteile

Die Vorteile liegen recht klar auf der Hand.

Sie haben immer noch schnell und direkt Zugriff auf das Gerät falls Sie mal eingreifen müssen.

Können sich aber entspannt zurücklehnen und müssen sich keine Sorgen machen, dass der Plattenspieler endlos weiter läuft.

Zu den Nachteilen kann man zählen, dass ein halbautomatischer Plattenspieler durchaus träge zu bedienen ist.

Ganz so schnell wie bei einem manuellen Dreher geht es dann doch nicht.

Und ein weiterer Punkt ist, dass mehr Bauteile verwendet werden und so mehr Vibration entstehen kann.

Der Teac TN-300-B* wäre ein Beispiel für einen halbautomatischen Plattenspieler.

Vollautomatische Plattenspieler

Start drücken und fertig.

Mehr muss man zu vollautomatischen Plattenspielern eigentlich kaum sagen.

Oft werden Sie als die Geräte mit dem höchsten Komfort betitelt, denn als Benutzer muss man nichts machen außer den Start-Knopf drücken.

Die Nadel wird dann automatisch in Position gebracht und auf die Platte abgesenkt.

Ist die Platte vorbei, wird die Nadel von der Platte gehoben und der Tonarm in die Ausgangposition gebracht.

Das Gerät schaltet sich dann im Normalfall aus.

Vorteile und Nachteile

Die vollautomatischen Plattenspieler sind bestens geeignet für Menschen die sich vielleicht nicht zutrauen die Nadel selber in Position zu bringen oder auf die Platte abzulegen.

Die Sicherheit ist also ein Vorteil und das gilt für die Platte und auch für die Nadel.

Dadurch, dass das Gerät alles automatisch macht wird unnötiger Abnutzung vorgebeugt.

Den einen oder anderen Nachteil haben die Geräte natürlich auch, so sind sie etwas anfälliger für Störungen.

Die vielen verbauten Teile können zu Vibrationen führen und der Plattenspieler braucht halt so lange wie er braucht.

Ein Beispiel für einen vollautomatischen Plattenspieler ist der Dual CS 440*.

Fazit

Alle Systeme, egal ob manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch haben so ihre ganz eignen Vorzüge und auch Nachteile.

Wenn Sie lieber ganz auf Nummer Sicher gehen wollen und Platten wie Gerät schonen wollen, dann ist ein vollautomatischer Plattenspieler sicher eine gute Wahl.

Wenn Sie lieber selber Hand anlegen wollen und immer direkten Zugriff auf Gerät und Schallplatte wollen, dann schauen Sie nach einem manuellen Plattenspieler.

Wenn Sie weder das eine noch das andere wollen und eher ein Typ für die goldene Mitte sind, dann wird es ein halbautomatischer Plattenspieler.

Im Grunde ist es eh alles nur eine Frage der Gewöhnung, denn qualitativ gibt es kaum Unterschiede bis auf den Fakt, dass mehr Bauteile eventuell und theoretisch zu mehr Vibrationen führen können.

Sie lesen den Artikel: Manuell, Vollautomatik, Halbautomatik was bedeutet das genau?

Diesen Artikel teilen...
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on TumblrShare on RedditShare on StumbleUponEmail this to someone